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Eifersüchtige sollten Facebook meiden

Sonntag, 9. August 2009 / 10:53 h
 
Ontario/Berlin - Personen, die in Beziehungen zu Eifersucht neigen, sollten die übermässige Nutzung von Facebook eher vermeiden.  (li/pte)



Besonders gefährdend für eine Partnerschaft sei es, wenn die Facebook-Aktivitäten im Geheimen geschehen.

 
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Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus Kanada, die von den Psychologen Amy Muise, Emily Christofides und Serge Desmarais im Fachjournal «CyberPsychology & Behaviour» veröffentlicht wurde.

Mithilfe eines Online-Fragebogens wurden insgesamt 308 Studenten, darunter 75 Prozent Frauen, auf ihr Nutzungsverhalten bei Facebook und das ihres Partners untersucht.

Darüber hinaus mussten die Befragten angeben, wie sie der Facebook-Nutzung ihres Partners prinzipiell gegenüberstehen. Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen erhöhter Nutzung von Facebook und der Entstehung von eifersüchtigen Gefühlen und Verhalten offenbar eine wechselseitige Relation besteht.

Unbekannte «Freunde»

Nach Ansicht der Studienautoren entsteht Eifersucht zum Beispiel dann, wenn auf der Freundesliste des Partners unbekannte Personen oder vergangene Liebschaften auftauchen. Durch die offene Struktur der Social-Networking-Site könnten zudem viele Informationen, wie etwa Kommentare auf der Pinnwand des Partners, falsch interpretiert werden und in der Folge zu eifersüchtigem Verhalten führen.

Zweideutige Kommentare

Ein befragter Student äussert sich folgendermassen dazu: «Ich habe genug Vertrauen in sie (seine Partnerin, Anm.), um zu wissen dass sie mir treu ist. Trotzdem fange ich an zu grübeln, wenn jemand etwas auf ihre Pinnwand schreibt. Das kann dazu beitragen, dass man das Gefühl entwickelt, seinen Partnern nicht wirklich zu kennen.» Die Ursachen für die Entstehung von Eifersucht können sehr vielfältig sein. Häufig sind Eifersuchtsgefühle auf negative Erfahrungen in der Kindheit zurückzuführen, berichtet Robert Coordes, der Leiter des Berliner Instituts für Energetische Paartherapie auf Nachfrage.

«Das Resultat dieser Erfahrungen sind tiefgehende Verlustängste, die sich in einer Beziehung durch verschiedene Handlungen des Eifersüchtigen äussern, etwa grösseres Misstrauen, zunehmende Überwachung des Partners oder der langsame Rückzug aus der Beziehung», erklärt der Diplompsychologe. «Eifersucht entsteht nicht erst durch die Nutzung von Facebook, normalerweise ist sie schon vorher vorhanden.»

Eifersucht entsteht nicht erst durch die Nutzung von Facebook

Anhand ihrer Studienergebnisse argumentieren die drei Studienautoren von der University of Gueph in Ontario, dass das grosse Angebot von potenziell eifersuchtserregenden Informationen auf Facebook eine Art Rückkoppelungsschleife erzeuge.

Im Detail heisst dies, dass erhöhte Eifersucht auch zu vermehrter Überwachung des Profils des Partners führe. Durch die verstärkte Auseinandersetzung mit dem Facebook-Auftritt des Partners wird man freilich immer mehr ärgerlichen oder gar verletzenden Informationen ausgesetzt. Manche würden in der Folge sogar einen Zwang zur Kontrolle der Online-Aktivitäten ihres Partners entwickeln, schreiben die Autoren. Etwas überraschend kommt jedoch die Erkenntnis, dass jene, die sich häufig eifersuchtsauslösenden Informationen aussetzen, selbst sehr vieles über sich auf dem Netzwerk bekannt geben. Somit entsteht ein praktisch endloser «Eifersuchts-Teufelskreis», der sich auch auf andere Lebensbereiche abseits des Internets ausweiten kann.

Zwang zur Kontrolle der Online-Aktivitäten des Partners

Coordes plädiert in Bezug auf die Nutzung von Facebook für Offenheit und hält wenig davon, zur Vermeidung von Eifersucht gänzlich auf die Anwendung zu verzichten. Das jeweilige Paar sollte sich im Vorhinein klar darüber verständigen, welche Aktivitäten man auf dem Portal unternehmen möchte und mit welchen Menschen man dort in Kontakt ist. «In Beziehungen entstehen Spannungen manchmal auch aufgrund der Nähe zueinander. Facebook bietet hier einen Ausgleich an, der das Verhältnis wieder entspannen kann.» Besonders gefährdend für eine Partnerschaft sei es, wenn die Facebook-Aktivitäten im Geheimen geschehen, so Coordes abschliessend.

(Bearbeitung: Peter Linsin)


 
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