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Heuberger kritisiert Bakom und Werbepool

Freitag, 25. Juni 2010 / 13:12 h
 
Nach Meinung von «Tele Top»-Chef Günter Heuberger schwächt die vom Bakom erlassene Gebietsaufteilung die Medienvielfalt zusätzlich. Seit der Revision des RTVG vergibt das Bakom pro Sendegebiet nur noch eine Konzession für Lokalfernsehen. (Harald Tappeiner/news.ch)



Das Bakom vergibt pro Sendegebiet nur noch eine TV-Konzession.




«Wir wurden vom nationalen Werbepool ausgeschlossen»: Günter Heuberger.

 
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news.ch: Herr Heuberger, wie schätzen Sie die Situation der Medienlandschaft Ostschweiz ein, nachdem Tamedia die «Thurgauer Zeitung» an die NZZ-Gruppe verkauft hat?

Heuberger: Die Entwicklung ist unerfreulich, es lag aber auf dem Tisch. Der Kampf der beiden Verlage insbesondere um Zürich, musste zu einer Gebietsaufteilung führen. Die «Thurgauer Zeitung» bot sich als Spielmasse leider gerade an. Eine solche Medienkonzentration verheisst für die Demokratie und die Medienvielfalt nichts Gutes.

news.ch: Was bedeutet das konkret für Ihren Fernsehsender?

Heuberger: Zwischen 2000 und 2009 konnte ich mit Radio und Fernsehen Konkurrenz im Raum St. Gallen machen, und zwar auf Wunsch der Kantonsregierungen St. Gallen, Thurgau und beider Appenzell. Erst mit der unsäglichen Gebietsaufteilung, und nachdem die Tagblatt-Medien einen gewaltigen Druck auf die Kantonsregierungen ausgeübt haben, mussten wir uns aus dem Raum St. Gallen zurückziehen.

Neu ist aber, dass die Medienkonzentration durch das Bakom sogar noch geschützt und verstärkt wird, obwohl die Medienvielfalt im Radio- und Fernsehgesetz vorgeschrieben ist. Diese unsägliche Gebietsaufteilung hat dazu geführt, dass man die Konzession denjenigen gibt, die bereits Zeitungen, Radio und Fernsehen besitzen. Die Tagblatt-Medien haben mit der Thurgauer Zeitung jetzt eine noch mächtigere Position, die mit Gebührenanteil unterstützt wird.

news.ch: Wie geht es mit Ihrem Projekt „Tele Säntis“ weiter?

Heuberger: Mit „Tele Säntis“ stehen wir vor dem Bundesverwaltungsgericht bereits im zweiten Verfahren. Das erste Verfahren haben wir gewonnen. Infolge wurde die Konzession von „Tele Ostschweiz“ in eine provisorische umgewandelt. Die Meinungs- und Angebotsvielfalt wird jetzt überprüft.

news.ch: Welches sind Ihre Pläne mit «Tele Top»?

Heuberger: «Tele Top» ist insofern davon betroffen, als wir im Sommer 2009 vom nationalen Pool der Schweizer Privatfernsehen Tele News Comb ausgeschlossen worden, in welchem die grossen Verlage, darunter auch Tamedia und Tagblatt Medien vertreten sind. Das war eine Strafaktion, weil wir die Konzession für „Tele Top“ erhalten haben, diese hat Auswirkungen auf die Werbeeinnahmen.

news.ch: Wäre es für Sie denkbar, ohne Konzession zu senden wie «Tele Züri» es tut?

Heuberger: Nein. Ohne Gebührenanteil könnten wir das nicht tun. Wir haben ein anderes Konzept und möchten Service Publique für die Ostschweiz machen und die Medienvielfalt vergrössern. Im Kanton Zürich haben wir Konkurrenz. Es ist gerechtfertigt, dass «Tele Züri» vom Graubünden bis ins Aargau und in die Ostschweiz senden darf, da es keinen Leistungsauftrag hat und keinen Gebührenanteil erhält.

 


 
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