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Internetpionier Yahoo zum Schnäppchenpreis

Sonntag, 3. Februar 2008 / 19:17 h
 
New York - So billig war Yahoo! schon lange nicht mehr. Während im Januar 2000 noch knapp 120 Dollar für die Aktie bezahlt wurden, dümpelte sie in dieser Woche deutlich unter 20 Dollar, so wie zuletzt im Oktober 2003.  (von Christoph Dernbach, dpa/sda)



Microsoft versäumte den Einstieg in eine Schlüsseltechnologie.

 
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Jetzt will Microsoft zupacken. Der günstige Kurs dürfte für Microsoft-Chef Steve Ballmer den Ausschlag gegeben haben, Yahoo! in sein Imperium einverleiben zu wollen.

Microsoft will damit vor allem eine gigantische Reichweite der Yahoo!-Dienste im Internet einkaufen. So will Microsoft dem bisherigen Online-Marktführer Google Paroli bieten.

Einstieg verpasst

Die Online-Aktivitäten von Microsoft stehen seit vielen Jahren unter keinem guten Stern. Anfang der 90er-Jahre setzten Microsoft-Mitbegründer Bill Gates und Steve Ballmer mit dem Microsoft Network (MSN) noch auf geschlossene Online-Dienste und verpassten völlig den Einstieg ins offene Internet.

Mit einem brutal geführten Wettbewerb rang Microsoft dann den Konkurrenten Netscape nieder und verwickelte sich in Kartellstreitigkeiten.

«Browser-Krieg»

Den «Browser-Krieg» gegen Netscape gewann Microsoft zwar, gleichzeitig versäumte der Konzern aber erneut den Einstieg in eine Schlüsseltechnologie, die Internet-Suche. Und so eroberte Google den Milliarden-Markt der Online-Werbung, ohne dass Microsoft dem bislang ein adäquates Konzept entgegen setzen konnte.

Microsoft bietet nun 44,6 Mrd. Dollar für den angeschlagenen Internet-Riesen, der immerhin hinter Google einen stabilen zweiten Platz im Online-Markt hält. Allerdings macht Google nach wie vor mehr als doppelt soviel Umsatz wie sein Verfolger.

Zu Yahoo! gehören auch aktive Community-Sites wie der Fotoservice Flickr, die Suchmaschinen Altavista und Alltheweb oder der Lesezeichen-Dienst del.icio.us. Die Reichweite der Dienste verschaffte Yahoo! allerdings nicht die geschäftlichen Erfolge, die Google immer wieder melden konnte.

Enttäuschte Anleger

Seit gut einem halben Jahr führt Yahoo!-Mitbegründer Jerry Yang wieder das operative Geschäft, konnte aber bislang die Finanzmärkte nicht überzeugen, dass Yahoo! die Kehrtwende schafft.

Insbesondere die mittlerweile überwundenen Schwierigkeiten bei der Einführung der Werbe-Plattform «Panama», mit der Yahoo! die Lücke zu Google schliessen wollte, enttäuschten die Anleger.

Lohnender Zukauf?

Ob sich das Investment von Microsoft in Yahoo! lohnen wird, kann man derzeit kaum abschätzen. Neben der gigantischen Reichweite im Web bringt Yahoo! interessante Produkte und Technologien mit, beispielsweise die in Hamburg unter Führung von Marco Boerries entwickelte Mobilplattform Yahoo! Go.

Jedoch ist unklar, ob und wie lange Führungspersönlichkeiten aus der kalifornischen Yahoo!-Zentrale wie Jerry Yang oder die Flickr-Mitbegründer Caterina Fake und ihr Ehemann Stewart Butterfield bei Yahoo! an Bord bleiben, wenn die Strategiebeschlüsse künftig im Microsoft-Hauptquartier in Redmond gefällt werden.

Grenzen des Wachstums

Ausserdem stellen sich inzwischen manche Beobachter die Frage, ob die Erwartungen an die auf Werbung basierende Online-Wirtschaft nicht ohnehin überzogen seien. So musste auch Marktführer Google einräumen, dass die Zuwachsraten im Werbemarkt nicht ständig nach oben geschraubt werden können.

Im vierten Quartal 2007 konnte der Suchmaschinengigant zwar noch einmal seinen Umsatz um 51 Prozent und seinen Gewinn um 17 Prozent steigern. Gleichzeitig dämpfte Google-Chef Eric Schmidt die Erwartungen an die kommenden Quartale.


 
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