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«New York Times» setzt auf Social Networking

Donnerstag, 24. Juli 2008 / 08:38 h
 
New York/Berlin - Die «New York Times» will an der Popularität von Social Networks mitnaschen. Die US-Zeitung ist eine Kooperation mit dem Business-Netzwerk LinkedIn eingegangen, um seine eignen Services in der boomenden Online-Welt noch weiter zu verbreiten.  (ht/pte)



Die Nutzer soll selbst über ein Mitmachen entscheiden können.

 
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Bislang beschränkten sich derlei Partnerschaften meist darauf, dass die Nutzer Inhalte der Medienwebseiten über Links mit anderen Leuten in ihrem sozialen Netzwerk teilen bzw. austauschen konnten. Doch der Deal zwischen «New York Times» und LinkedIn reicht um einiges weiter, berichtet die Financial Times.

So erhält die US-Zeitung im Zuge der Kooperation nun beispielsweise Zugang zu allen Profildaten, die von den LinkedIn-Nutzern in dem Social Network angegeben werden. Darunter befinden sich Informationen zu den Berufen und Branchen, Alter, Geschlecht sowie Ortsangaben. All diese Daten könnten sich für die New York Times unter anderem als sehr nützlich erweisen, wenn es darum geht, die Werbeanzeigen auf der eigenen Seite noch zielgerichteter zu schalten.

«Bei den Business Networks wie LinkedIn gibt es sehr spitze Zielgruppen, die ein spezifisches Interesse an Nachrichten aus ihrer Branche haben», meint Holger Kansky, Referent Multimedia beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger. Wenn man es schaffe, dieses spezifische Interesse mit entsprechenden Inhalten zu adressieren, werde ein Mehrwert für die Mitglieder dieser Social Communitys erzeugt.

Vorsicht ist angebracht

«Der Vorteil ist, dass die Mitglieder bereits ein detailliertes Profil abgegeben haben, an das der Verlag Inhalte zielgerichtet ausliefern kann», so Kansky weiter. Die Hoffnung bestehe darin, neue Lesergruppen an die Zeitungsmarke zu binden. Wer den Community-Mitgliedern nützliche Informationen anbieten könne, habe auch die Möglichkeit, darüber Werbung für die eigenen Produkte zu machen.

«Der Ansatz muss aber vorsichtig umgesetzt werden, da Nutzer auf Werbung in sozialen Netzwerken sehr sensibel reagieren», gibt Kansky im zu bedenken. Gleichzeitig werfen sich mit dieser Art der Zusammenarbeit neuerlich datenschutzrechtliche Fragen auf, die derzeit gerade in Bezug auf sogenannte «Targeted Ads» heftig diskutiert werden. In den USA hat sich zuletzt auch die Gesetzgeberseite in die Debatte eingebracht und forderte eine strenge Regulierung für Tracking-Werbemassnahmen.

Potential für Leser

Die New York Times weist einstweilen darauf hin, welches Potenzial sich durch die Kooperation mit dem Social Network für die Leser auftue. Es könne in Zukunft noch mehr relevante Information an die Nutzer weitergegeben werden. So soll auf Grundlage der Profildaten bei LinkedIn den Usern auf der Zeitungs-Homepage eine Auswahl an Business-Schlagzeilen angeboten werden, die sich genau an deren Interessen orientieren.

Ebenso zielgerichtet wird auch die Werbung ausfallen, wie den Datenschutzrichtlinien der New York Times zu entnehmen ist. Beide Unternehmen haben aber zugesichert, keinerlei Informationen auszutauschen, die deren Nutzer persönlich identifizierbar machen würden. Ausserdem könne jeder selbst entscheiden, ob er bei dem neu eingeführten System mitmachen wolle oder nicht.


 
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