Online-Videoportale profitieren von Autorenstreik

Freitag, 11. Januar 2008 / 23:46 h
 
Washington/New York - Der andauernde Autorenstreik in den USA wirkt sich positiv auf Videoportale im Internet aus. Denn seit den TV-Stationen mitunter die Sendungen ausgehen und immer mehr Wiederholungen im Programm laufen, sucht das Fernsehpublikum verstärkt Zuflucht auf Video-Webseiten wie YouTube und Crackle. (tri/pte)



YouTube ist bei den Videos/Movies klar vorn.

 
Laut Erhebungen von Nielsen Online konnten manche Portale ihre Besucherzahlen seit Streikbeginn bis auf das Doppelte steigern. Untermauert werden die Zahlen von einer aktuellen Studie des Projektes Pew Internet, wonach 48 Prozent aller US-Internetnutzer im vergangenen Jahr eine Video-Plattform besucht haben.

Aufgrund des anhaltenden Autorenstreiks sind mittlerweile viele populäre Sendungen aus dem Programm der TV-Stationen verschwunden. Die Folge war, dass sich laufend mehr US-Bürger in den vergangenen Monaten nach Alternativen im Internet umgesehen haben.

Besucherplus von 18 Prozent

So erfuhr beispielsweise YouTube in den zwei Monaten nach Streikbeginn ein Besucherplus von 18 Prozent. Auch die weniger bekannte Videoseite Crackle profitierte davon und verdoppelte ihr Publikum von 1,2 auf 2,4 Mio. Besucher.

«Dieser Zuwachs ist grösser als normalerweise in so kurzer Zeit möglich und der Streik ist eine denkbare Erklärung dafür», meint Nielsen-Analyst Alex Burmaster.

Dieser These stimmen auch Videoportal-Betreiber in Deutschland zu, wenngleich sich hier bislang keine derartigen Auswirkungen feststellen liessen.

Nutzergenerierte Unterhaltung beliebte Alternative

«Die erhöhten Zugriffszahlen auf Videoportale seit Beginn des Streiks verdeutlichen noch einmal, dass nutzergenerierte Inhalte bezüglich des Unterhaltungswertes eine beliebte Alternative und Ergänzung darstellen», meint eine Sprecherin der Plattform MyVideo.de.

Auch wenn die Zugriffszahlen des Portals im Dezember deutlich gestiegen seien, könne MyVideo derzeit aber keinen Zusammenhang mit den Entwicklungen der amerikanischen Film- und TV-Branche feststellen. Die grösste Nutzergemeinde in dem Bereich hat derzeit auch in Deutschland das Google-Portal YouTube.

Mehr Männer als Frauen

«Die Kategorie Video/Movies wird von YouTube angeführt. Das Portal konnte im November ein Unique Audience von 7,4 Millionen Internetnutzern verbuchen. MyVideo lag auf Platz zwei mit vier Millionen und Clipfish auf dem dritten Platz mit 1,8 Millionen», so die Angaben von Nielsen Online.

Laut Pew Internet zeigen mehr Männer (53 Prozent) als Frauen (43 Prozent) Interesse an den Videoseiten im Internet. Die meisten Online-Videofans finden sich aber in erster Linie unter den jungen Nutzern.

70 Prozent der unter 30-Jährigen besuchen regelmässig entsprechende Seiten. Parallel zu der wachsenden Nutzergemeinde steigt auch die Anzahl der Hobby-Filmemacher. Mittlerweile drehen rund 22 Prozent der US-Amerikaner ihre eigenen Amateurvideos und 14 Prozent davon stellen diese dann auch online.



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