

Wie die Preisgestaltung über das Internet funktioniert, kann man ab dem 10. Oktober testen.
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Der Clou: Die Käufer können den Preis selbst bestimmen. «Es hängt von euch ab», heisst es dazu auf der Website. Mit dieser Massnahme wolle Radiohead Theorien über die Preisgestaltung beim Onlinekauf testen, berichtet das Wall Street Journal.
Auf dem Prüfstand steht etwa die Annahme, dass Fans einen fairen Preis für einen Download zahlen würden, wenn man ihnen die Freiheit lässt, selbst darüber zu entscheiden.
«Die Band wird sich schon darüber bewusst sein, dass es viele Leuten geben wird, die das Album für nur einen Euro herunterladen», meint Udo Raaf, Geschäftsführer des Musikportals Tonspion.
Das Prinzip wird Nachahmer finden
Allerdings entstünden auch kaum nennenswerte Herstellungskosten. Die Werbewirksamkeit der Aktion könnte ein Übriges dazu tun, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten.
«Ich denke, dass diese fortschrittliche Aktion weitere Bands zu ähnlichen Schritten animieren wird und die Plattenindustrie weiter unter Druck setzt», sagt Raaf.
Die Digital-Version des Radiohead-Albums wird zehn Songs beinhalten. Darüber hinaus bietet die Band voraussichtlich ab dem 3. Dezember eine physische Version an.
Modell nicht für jede Band geeignet
Das Paket soll zwei Vinylplatten und zwei CDs mit jeweils 18 Songs sowie Bonusmaterial beinhalten und für 40 Pfund (57 Euro) erhältlich sein.
«Das Modell ist natürlich nicht auf jede Band übertragbar», schränkt Musikexperte Raaf ein. Aber Radiohead verfüge über eine grosse Fanbasis, von denen viele auch bereit seien, diesen Preis zu zahlen.
Der Radiohead-Vorstoss könnte auch die Frage beantworten, wie die Band in Zukunft ihre Alben veröffentlichen wird, nachdem sie ihren Vertrag beim Major Label EMI nach dem Album «Hail to the Chief» im Jahr 2003 erfüllt hatte.
Nicht bei Apple zu haben
Radiohead weigert sich etwa, seine Songs auf Apples Musikplattform iTunes zu verkaufen, da die Band nicht will, dass ihre Alben auseinandergepflückt werden.
Ob das Radiohead-Experiment gelingt, muss sich noch erweisen. Im Erfolgsfall wird sich sicherlich auch die Musikindustrie Gedanken über neue Vertriebswege machen müssen.
Bisher haben einige Grössen des Musikgeschäfts ihre Alben vor der Veröffentlichung für einen bestimmten Zeitraum kostenlos zum Download gestellt. Erst kürzlich hatte Trent Reznor, Frontman der Band Nine Inch Nails (NIN), seinem Ärger über sein Plattenlabel Universal Luft gemacht.
Verstimmt über die hohen Preise des NIN-Albums in Australien hatte Raznor Besucher seines Konzerts in Sydney aufgefordert, seine Musik zu stehlen.
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