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Wird Google zur Videothek?

Freitag, 17. Juni 2005 / 11:53 h
 
Google muss wachsen, um auch für die Börse weiterhin so attraktiv zu sein. Mit Internet-Videos könnte Google zum nächsten Erfolg eilen. (Lukas Gysling/news.ch)



Noch ist es schwierig, im Internet gezielt nach Video-Formaten zu suchen.

 
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Beta-Version von Google Video-Search
http://video.google.com
 
Spielfilme, Serien und TV-Sendungen gehören zu den beliebtesten Unterhaltungsformen überhaupt. Wenn die Inhalte nicht vom Sender selber produziert werden, zahlen sie dem Eigner für die Ausstrahlung einen Betrag. Produzenten ohne Sender sind so von den TV-Stationen abhängig.

TV-Sender ausschalten

Schon lange träumen viele davon, die TV-Stationen auszuschalten, und Sendungen im Internet direkt anzubieten. TV-Produzenten sind aber in der Regel keine Internet-Spezialisten. In diese Lücke springen nun Anbieter wie Google.

Ein naheliegender Dienst von Google könnte sein, eine gute Suchmaschine für Videos im Internet anzubieten. Noch ist es ziemlich schwierig, aus der doch immensen Fülle von audiovisuellen Dokumenten, das Gesuchte zu finden. Und gute Suchresultate sind bekanntlich die Spezialität von Google. Damit lässt sich aber nicht gut Geld verdienen.

Gemischtwarenladen statt Fundgrube

Mit Dienstleistungen für Produzenten könnte sich eher etwas machen lassen: Google könnte nicht nur die Präsentation von Videos übernehmen, sondern auch gleich deren Distribution. Damit hätte Google die Kontrolle über die Zuschaueraufmerksamkeit, welche sie vermarkten könnte. Zum Beispiel könnten vor die eigentlichen Video-Inhalte Werbeclips gezeigt werden. Die Videos könnten aber auch kostenpflichtig sein – Google könnte das ganze Pay-per-view-System stellen und mitverdienen.

Bedenken gegen solche Dienste gibt es einige. Die Rechteinhaber von Filmen und Sendungen geben ihre Rechte nicht gern ab. Hier hätte Google einige Widerstände zu überwinden, denn nur ein umfangreiches und attraktives Videoangebot hätte genügend Anziehungskraft auf die Internet-Nutzer, damit das ganze eine rentable Sache wird.

Zutritt nur als Member

Die Frage ist auch, ob Google in einem solchen Fall einen sogenannten "closed garden" anbieten will. Damit bezeichnet man ein Angebot, das in sich geschlossen ist und zentral kontrolliert wird. Nur Produzenten, die von Google angefragt werden bzw. deren Erlaubnis erhalten, könnten ihre Videos über Google dem Publikum feilbieten. Dagegen spricht natürlich der offene Charakter des Internets und das Image von Google, ein politisch korrektes Unternehmen zu sein.

Nicht nur Google, auch viele andere Anbieter planen Dienstleistungen in diesem spannenden Bereich. Solche werde ich in einem nächsten Beitrag beleuchten.


 
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