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Digitales Radio verdrängt Analog-Geräte bis 2025

Dienstag, 7. August 2012 / 20:59 h
 
Oakland/Halle - Das klassische terrestrische Radio könnte schon bald Vergangenheit sein. Online-Radiosender und Streaming-Dienste erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit und erreichen bereits einen beträchtlichen Marktanteil. und Spotify bereits bei 29 Prozent (fest/pte)



Online-Radiosender erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit.

 
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Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren den Start des Digitalradios vollzogen. An diesen Erfolg möchte Deutschland anknüpfen und zieht nun nach. Der neue Hörfunkstandard soll schon bald das Radiohören revolutionieren.

Mehr Auswahl für Hörer

«Die digitale Übertragung des Radiosignals hat viele Vorteile. Wir können auf einer Frequenz bis zu 15 Programme senden und bieten damit dem Zuhörer eine weitaus grössere Auswahl. Der Umstieg wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, weil noch sehr viele analoge Empfangsgeräte im Umlauf sind», sagt Michael Richter, Vorstandsvorsitzender der Digital Radio Plattform.

Der Verein setzt sich schon seit 2000 für die Einführung des neuen Hörfunk-Standards in Deutschland ein. «In der Schweiz war die Umstellung ein voller Erfolg. Es sind schon über eine Mio. Geräte im Einsatz. Die Menschen sind es leid, aus wenigen Sendern auszuwählen. Durch das digitale Radio werden Kunden die Möglichkeit haben, auch Spartenprogramme zu empfangen», so der Experte.

Mit einem Marktanteil von 29 Prozent erreichen Anbieter wie Pandora und Spotify in den USA ein grosses Publikum und verbuchen mittlerweile nahezu halb so viele Werbeeinkünfte wie ihre analoge Konkurrenz. Stanford-Absolvent Tim Westergren gründete 2000 die Internetradio-Plattform Pandora und wurde vom Time Magazine zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt gekürt.

Satelliten-Radio nicht sinnvoll

Laut Experten wird das terrestrische Radio bis 2025 vollständig verschwunden sein und von Anbietern dominiert, die mit monatlichen Abonnements werbefreie Programme finanzieren werden. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Satellitenradio-Anbieter SiriusXM, der laut inoffiziellen Angaben über 20 Mio. Abonnenten hat. Einen Grossteil erreicht das Unternehmen mit digitalen Endgeräten, die von Autoherstellern in Neuwagen eingebaut werden. Dieses System dürfte sich in Europa jedoch nicht bewähren: «Im Unterschied zu den USA haben wir sehr stark bebaute Regionen. Deswegen ist Satellitenradio bei uns nicht sinnvoll», erklärt Richter.

Den Trend zum digitalen Radiohören bestätigen auch die Betreiber der Plattformen iHeartRadio und TuneIn. Zusammen erreichen sie über 50 Mio. Nutzer, die auf ihren Smartphones Radioprogramme aus aller Welt empfangen können. Die Musikindustrie dürfte es freuen, denn Online-Anbieter zahlen jedes Mal, wenn ein Lied angeklickt wird. Pandora zahlt mehr als die Hälfte seiner Erträge an die Musiker.

 

 


 
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